Was haben chinesische Tomaten in italienischen Konserven zu suchen?

Veröffentlicht am 30.04.2012 in Pressemitteilungen

50 Stuttgarterinnen bohren nach

Berlin, Freitag, 9 Uhr, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: 50 Stuttgarterinnen plädieren dafür, dass auf Lebensmittelverpackungen stehen sollte, aus welchen Herkunftsländern der Inhalt stammt. Es könne nicht sein, dass in Italien chinesische Tomaten in die Dosen kämen - mit dem Aufdruck: Produziert in Italien. Ohnehin stehe meist nur darauf, für welche Handelskette produziert worden sei. Die Damen befinden sich auf einer dreitägigen Informationsfahrt des Bundespresseamtes, eingeladen wurden sie von der SPD-Bundestagsabgeordneten Ute Vogt. Die Männer mussten diesmal zu Hause bleiben, denn Vogt lud für die Gruppe ehrenamtlich Engagierte ein aus folgenden Vereinen: Frauen helfen Frauen e.V. in Süd, Degerlocher Frauenkreis, Möhringer Frauenkreis, Unternehmerfrauen im Handwerk sowie Sarah Kulturzentrum für Frauen in West. Der Referent im Ministerium verweist auf die Lage in Deutschland, in der immer häufiger auf die regionale Herkunft hingewiesen würde. International, so räumt er ein, gestalte sich dagegen der Wunsch der hiesigen Verbraucher schon komplizierter. Die Anregung mitnehmen, das wolle er aber allemal. Leider verblieb wenig Zeit, um noch die Debatte um Genfood fortzuführen, denn weiter ging es mit dem umfangreichen Programm: Das Haus der Abgeordneten in Berlin, die SPD-Zentrale Willy-Brandt-Haus, der Deutsche Bundestag mit anschließendem Kuppelbesuch, dann das Highlight, das Bundeskanzleramt. Tief beeindruckt waren aber alle vom Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, wo ehemalige Inhaftierte aus der Zeit der DDR-Gräueltaten berichten. Ohne Anwalt, ohne Prozess, ohne Kontakt zu Angehörigen weggesperrt, in Einzelhaft, monatelang täglich verhört. Alles so genannte politische Häftlinge, viele davon gegen Ende des Regimes nur noch eingesperrt, um bei der Ausweisung in die BRD das Geld vom Westen für den Freikauf kassieren zu können. Ein Millionengeschäft. Bis vor 22 Jahren. Am letzten Tag ging die Geschichtsstunde noch weiter zurück. Am 2. August 1945 wurde das Potsdamer Abkommen unterzeichnet. Im Schloss Cecilienhof sind die Tagungsräume der Konferenz noch im Original erhalten, hier trafen sich Stalin, Truman und Churchill, um sich über die geografische Neuordnung Deutschlands nach dem Krieg, die Entnazifizierung, die Entmilitarisierung, die Demokratisierung und nicht auch zuletzt die Demontage deutscher Industrieanlagen zu einigen. Nach so vielen bewegenden Eindrücken gab es noch eine letzte Kaffeepause an der Havel und dann hieß es ab in den Zug, zurück nach Stuttgart.

 

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