Treffen mit Vertretern des Kuratoriums zur Förderung historischer Waffensammlungen e. V.

Veröffentlicht am 11.12.2010 in Pressemitteilungen
Gespräch Sammler historischer Waffen
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Am 11. Dezember 2010 fand in der Geschäftsstelle der SPD in 70182 Stuttgart, Wilhelms-platz 10 ein Gespräch zwischen Ute Vogt, MdB (SPD), Dr. Matthias Schrumpf (SPD) und Vertretern des Kuratoriums zur Förderung historischer Waffensammlungen e. V. statt.

Gleich zu Beginn des Gespräches stellte Frau Ute Vogt klar, dass sie ein generelles Waffenverbot, wie es in verschiedenen Kreisen gefordert wird, für überzogen hält. Einführend wurde ihr und ihrem Referenten Dr. Matthias Schrumpf der gesellschaftliche Stellenwert der Sammler von Waffen und Munition anhand von behördlichen Dankschreiben und Ausstellungsbroschüren anschaulich vermittelt. Sie erhielten Einblick darin, welche Auswirkungen geltende bzw. angedachte Bestimmungen des Waffenrechts auf die Tätigkeit der Sammler haben und welche Probleme daraus für die Kultur-, Bildungs- und Museumsszene erwachsen. Insbesondere wurde von Seiten der Historiker hervorgehoben, dass die Erfassung obsoleter Waffensysteme vom Waffenrecht (Schusswaffen mit Stiftfeuer- und Perkussionszündung; Waffen, die für Schwarzpulver- oder hinfällige Rand- und Zentralfeuerpatronen eingerichtet sind) nicht der Verbesserung der „Inneren Sicherheit“ dient, wohl aber behördlicherseits Personal bindet und dem Nachwuchssammler den Einstieg in die gesell-schaftspolitisch bedeutende Aufgabe der Erhaltung von Kulturgütern erschwert. Durch die Vorlage entsprechender vom Waffenrecht erfasster Realstücke (doppelläufiger Perkussions-wender, 2,7-mm-Kolibri, Werderpistole und Jarrée-Harmonikapistole) konnten sich die beiden Politiker davon überzeugen, dass eine Genehmigungspflicht für diese Gegenstände keine ordnungsrechtliche Effizienz hat (und darum im westlichen Ausland auch nicht besteht). An die Erfassung durch das Waffenrecht ist aber nicht allein eine Genehmigungspflicht geknüpft, sondern es entstehen dadurch automatisch bindende Vorschriften für die Aufbewahrung sowie Kosten aufgrund der Meldepflicht von Erwerb und Verkauf. Damit aber werden ordnungsrechtlich Antiquitäten grundlos modernen Militär-, Polizei- oder Sportwaffen gleichgestellt. Der solchermaßen unnütz dornenreiche und kostenintensive Weg zur Erlangung einer Sammelerlaubnis ist einer der Gründe für den eklatanten Nachwuchsmangel bei den Sammlern, welcher bereits mittelfristig kulturhistorische Ausstellungen unmöglich machen wird und die Abgabe von kultur-, technik- und sozialgeschichtlichen Artefakten ins Ausland nach sich zieht – oder (schlimmer noch) deren Vernichtung. Mittels Schriftstücken und Fotografien wurde den beiden SPD-Politikern die gängige Praxis der Vernichtung von Antiquitäten zur „Verbesserung der Inneren Sicherheit“ dokumentiert und verdeutlicht, dass damit lediglich ein Schlag gegen das kulturelle Erbe geführt wird. Der Vergleich des Verlustes von Kulturgegenständen z. B. beim – schicksalhaften – Einsturz des Kölner Stadt-Archivs mit diesen vorsätzlichen Vernichtungsmaßnahmen drängt sich auf und wurde durch die Mitglieder des Kuratorium zur Förderung historischer Waffensammlungen e. V. betont. Nach diesem 90minütigen äußerst sachlich geführten Gespräch betonten beide Seiten ihr Interesse an einem weiteren Gedankenaustausch; die Vertreter der Sammler ließen umfangreiches Informationsmaterial zurück.

 

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