Der Wohnungsbau in Baden-Württemberg muss mehr angekurbelt werden

Veröffentlicht am 12.06.2017 in Unterwegs
Ute Vogt und Andreas Harnack. Im Hintergrund das Bild vom Filmplakat zu „1900“ von Bernardo Bertolucci.
Ute Vogt und Andreas Harnack. Im Hintergrund das Bild vom Filmplakat zu \"1900\" von Bernardo Bertolucci.

Der Bund hat seine Fördermittel kräftig erhöht - nun muss auch das Land nachziehen. Andreas Harnack von der IG BAU, bei dem Ute Vogt zum Gespräch im Gewerkschaftshaus war, stellt die gleiche Forderung.

Die grün-schwarze Landesregierung hat die erhöhten Fördermittel aus Berlin gerne angenommen, aber kam mitnichten auf die Idee, die Landesmittel für die Wohnraumförderung ebenfalls zu erhöhen. So sehen sie also aus, die Zahlen: Der Bund stellt für Baden-Württemberg 160 Mio. EUR bereit, das Land gerade einmal 90 Mio. EUR. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt sieht es auch als ihre Aufgabe an, hier in der Sache Druck zu machen. 
Regionalleiter der IG BAU in Baden-Württemberg ist Andreas Harnack und ihn ärgert, dass zum Beispiel Länder wie Nordrhein-Westfalen und Bayern ein Vielfaches investieren. Baden-Württemberg müsse aufholen und die Zahlen deutlich verbessern, da gerade fürs Ländle weiterhin ein Bevölkerungszuwachs prognostiziert wird. Außerdem erwartet er von der Landesregierung eine aktivere Rolle beim Abruf der bereitgestellten Fördermittel, damit auch  dort mehr Wohnungen gebaut werden, wo mehr gebraucht werden.
Die aktuellen Diskussionen und Beschlüsse zur finanziellen Förderung, zur Bauland-Bereitstellung oder zu beschleunigten Bauverfahren kämen bisher in erster Linie Investoren und einkommensstärkeren Bevölkerungsschichten zugute. Dass jedes Jahr mehr Sozialwohnungen aus der Preisbindung fielen, als auch nur annähernd neue gebaut würden, verschärfe das Problem. Lösungen für mittlere bis untere Einkommensbezieher müssen umgesetzt werden, vor allem in den Ballungszentren und Universitätsstädten.
 
Weiteres Thema im Gespräch war die Lage in Bezug auf Facharbeitskräfte. Denn nur ein Drittel der im Bau Ausgebildeten bliebe dauerhaft dabei, da vor allem die Montagearbeit, die meist mit weiten Pendelstrecken und langen Abwesenheiten vom Heimatort verbunden ist, immer weniger Akzeptanz finde. Für viele kleine Bauunternehmer stellt auch die Unternehmensnachfolge ein Problem dar. Und seit Jahren steht die Frage im Raum, ob man dem Zoll, der die Schwarzarbeit kontrolliert, nicht mit einer „Baucard“ die Arbeit erleichtern würde. Und - wer ordentlich beschäftigt ist, hat es auch von Seiten der Arbeitnehmer damit leichter. 

 

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