Aus der Heimat in die Hauptstadt - Vom Neckar-Strand nach Spree-Athen

Veröffentlicht am 24.07.2017 in Unterwegs

Ute Vogt mit Vertreterinnen und Vertreter der Stuttgarter Polizei und Rettungsdiensten zu Besuch in Berlin, Foto im Paul-Löbe-Haus

Berlin tut gut. So lautete ab 1985 einige Jahre lang der Marketing-Slogan für den West-Teil der damals noch geteilten Stadt. Rund drei geschichtsträchtige Dekaden mit bewegenden Ereignissen – vom Mauerfall über die Deutsche Einheit und das Ende des „Kalten Krieges“ bis hin zu zahlreichen Entwicklungsprozessen in Europa, sind seit dem vergangen und lieferten zugleich positive Impulse für die zukünftige Entwicklung der deutschen Demokratie im Kontext Europas. Und so tut es weiterhin gut, mit der Berliner Luft mittlerweile 780 Jahre deutsche Geschichte einzuatmen - von 1237 bis in unsere Tage hinein.

Dieser Meinung waren Mitte Juli 2017 auch 50 Personen aus den Reihen der Stuttgarter Polizei, dem Technischen Hilfswerk und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, die von der Bundestagsabgeordneten Ute Vogt zu einer viertägigen Informationsfahrt nach Berlin eingeladen wurden. Organisiert vom Bundespresseamt ging es am 19. Juli frühmorgens mit dem Zug von Stuttgart in die Bundeshauptstadt und direkt vom Berliner Hauptbahnhof nach Berlin-Lichtenberg in die ehemalige Stasi-Zentrale, heute das Stasi-Museum Berlin.

Hier erwartete die Besuchergruppe ein höchst informativer Vortrag mit Führung durch die Räume der dort einst wirkenden Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) unter der Führung Erich Mielkes (ab 1957).

Der Gebäudekomplex des Museums ist mit seinen Büros, Konferenzräumen und dem Mobiliar im Zuge von Renovierungsarbeiten fast gänzlich so belassen bzw. behutsam restauriert worden, wie er bis zum Ende der DDR war. Fahle Farbgebungen, piefig-miefiges Ambiente, fast öde Amtsstuben. Vage ist noch der Geruch von Wofasept wahrnehmbar, dem altbekannten Putz- und Desinfektionsmittel in der DDR. Die Schicksale, die hier hunderttausendfach in Mielkes ‚Kammern des Schreckens’ wider die Menschlichkeit geprägt wurden, sie lassen sich unter der Patina nur erahnen.

Nach diesem ersten Besuchstermin ging es dann ins nahe gelegene Hotel, umgeben von Hochhäusern entlang der Landsberger Allee. Fast endlos aufgereihte Plattenbau-Wohnquartiere im Bezirk Lichtenberg mit dem Ortsteil Hohenschönhausen.

Am nächsten Morgen Aufbruch ins Headquarter der SPD – dem Willy-Brandt-Haus an der Wilhelmstraße in Berlin-Kreuzberg. Dort im Atrium des Hauses angekommen, hielt zunächst ein SPD-Mitarbeiter einen kurzen Vortrag über geschichtliche und architektonische Aspekte des Gebäudes sowie über die imposante Willy-Brandt-Skulptur von Rainer Fetting. Und plötzlich rief jemand von oben dazwischen ‚Guten Morgen, ich grüße euch’. Martin Schulz, der SPD-Kanzlerkandidat stand am Treppenhausgeländer des zweiten Stocks und winkte der Reisegruppe frohgemut zu. Ein schöner Auftakt am zweiten Tag dieser Bildungsfahrt.

Nach einem weiteren Vortrag mit Diskussionsrunde im Willy-Brandt-Haus ging es im Bus auf Stadtrundfahrt durch Teile der City-West rund um den Kurfürstendamm, die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und dann durchs Regierungsviertel bis zum Paul-Löbe-Haus gegenüber dem Kanzleramt. Hier traf sich die Besuchergruppe mit Ute Vogt zu einer angeregten Diskussionsrunde, bei der auch aktuelle Fragen zu den jüngsten Ereignissen beim G20 Gipfel in Hamburg kritisch erörtert wurden.

Am Nachmittag stand der Besuch des Dokumentationszentrums, Topographie des Terrors’ auf dem Programm und abgerundet wurde der zweite Besuchstag mit einer Schiffsfahrt auf der Spree.

Ein weiteres Highlight war dann am dritten Tag der Besuch des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin-Lichterfelde. Pressesprecher Martin Heinemann gab ausführlich Auskunft über die Strukturen und Arbeitswesen des BND – soweit es ihm die Geheimhaltungspflicht erlaubte. Kein Geheimnis machte er allerdings daraus, dass der Begriff Geheimdienst dem Selbstverständnis des BND nicht gerecht wird und so gab er der Besuchergruppe das Credo mit auf den Weg, der BND ist in Abgrenzung zum Verfassungsschutz im Inneren und dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) der ‚Auslandsinformationdienst’ der Bundesrepublik Deutschland. Man hört und sieht eher hin auf das, was in der Welt geschieht - unter Freunden und denen, die es noch werden wollen.

Letzte Station an diesem Tag war der Besuch im Kanzleramt, Arbeitsplatz der derzeitigen Kanzlerin – Sie kennen sie ja - und zugleich auch des Kanzleramtsministers, dem wiederum der BND unterstellt ist.

Am Samstag den 22. 07. endete das politische Bildungsprogramm mit dem Besuch des Deutschen Bundestages im Reichstagsgebäude mit seiner Glaskuppel, die – wie auch die von viel Glasfassaden gekennzeichnete Architektur der anderen Gebäude im Regierungsviertel – die Offenheit und Transparenz demokratischer Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse symbolisieren soll.

Am Abend zurück in Stuttgart angekommen blickten alle Teilnehmer auf eine gut gelungne und sehr informative Bildungsfahrt zurück. Insbesondere der Kontrast der zwei Besuchsorte – Stasi-Zentrale hie, BND dort – bewirkte bei den Teilnehmern nachhaltige Eindrücke und Gespräche unter dem allgemeinen Stichwort der Inneren Sicherheit.

Freiheit, Demokratie und Respekt untereinander, fallen eben nicht vom Himmel, sondern müssen immer wieder aufs Neue gesamtgesellschaftlich erarbeitet und erneuert werden. Denn unsere Demokratie ist nie starrer Zustand, sondern ein stetiger Prozess. Bewährtes bewahren und Verbesserungen bewirken – in dieser Balance wird Zukunftsmut gemacht. Für Demokratie und Respekt.

 

 

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